Vor genau 142 Jahren wurde der Mülleimer erfunden:
PM-NABU: Berlin
Abfälle – nicht nur für die Tonne: Zum Tag der Mülltrennung gibt der NABU Tipps mit einem Abfall-Quiz
Vor genau 142 Jahren wurde der Mülleimer erfunden: Am 7. März 1884 verordnete der französische Beamte Eugène René Poubelle den Menschen in Paris, ihre Abfälle in einem Behältnis mit Deckel aufzubewahren. So sollten die katastrophalen hygienischen Zustände in der Stadt verbessert werden. Damals war es üblich, Unrat, Essenreste und den Inhalt von Nachttöpfen auf die Straße zu kippen. Poubelles Dekret schrieb zudem eine Mülltrennung vor, Austernschalen, Glas und Porzellanscherben sollten vom restlichen Hausmüll getrennt gesammelt werden. Der Widerstand der Bevölkerung gegen das Dekret war groß, aber am Ende konnte sich der Beamte durchsetzen. Der „Tag der Mülltrennung“ erinnert an den Entsorgungs-Pionier und Erfinder des Mülleimers. Sein Name setzte sich im Französischen als Wort für Abfalleimer durch: la Poubelle.
„Auch wenn Hausmüll heute nicht mehr auf der Straße landet – es sind längst nicht alle Probleme der Müllentsorgung gelöst“, sagt Katharina Istel, NABU-Expertin für Kreislaufwirtschaft. „Jedes Jahr fallen in Deutschland um die 40 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle an – eine gewaltige Menge. Ein Großteil davon sind Verpackungen. An erster Stelle muss daher die Vermeidung von Verpackungsmüll stehen – egal aus welchem Material er ist.“ Denn Produktion und Recycling von Verpackungen kosten Rohstoffe und Energie.
Wenn Müll nicht zu vermeiden ist, sollte so viel Abfall wie möglich stofflich verwertet, also recycelt werden. Istel: „Durch Recycling wird der Verbrauch von Ressourcen wie Holz oder Erdöl und der Energieverbrauch reduziert. So spart jede Tonne Recyclingplastik gegenüber Plastik aus Erdöl eine Tonne CO₂.“
Noch sind über 65 Prozent des Abfalls in der Restmülltonne Bioabfälle und Wertstoffe, die nicht in die Restmülltonne gehören. Um aus den Haushaltsabfällen hochwertiges Recyclingmaterial herstellen zu können, muss der Müll möglichst wenig verschmutzt sein und so früh wie möglich auseinander sortiert werden. Deshalb beginnt effizientes Recycling im Haushalt. „Kunststoff und Aluminium würden beispielsweise im Restmüll bei einer Verpressung im Müllwagen zu stark durch Essensreste, Windeln und anderen Müll verschmutzt, als dass man sie nachträglich noch heraussortieren könnte“, erläutert Istel. Auch Papier muss möglichst trocken und sauber bleiben, was im Restmüll nicht möglich ist. Glas, das im Restmüll entsorgt wird, geht in die Verbrennung und ist für das Recycling verloren.
„Sortieranlagen können nicht so gut und sauber trennen wie Menschen“, so Istel. „Je besser zuhause getrennt wird, umso leichter können die unterschiedlichen Verpackungen in den Sortieranlagen nach Kunststoffarten und Metallen getrennt und später auch recycelt werden.“
Mit einem NABU-Quiz kann jeder und jede erfahren, wie Müll richtig getrennt wird: www.NABU.de/muell-quiz
Mehr Infos zur Mülltrennung: www.NABU.de/muelltrennung
Zu lokalen Besonderheiten bei der Mülltrennung, hilft die Abfallberatung vor Ort weiter: www.NABU.de/abfallberatung
Mit mehr als 980.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Der NABU begeistert für die Natur und fördert naturkundliche Kenntnisse für ein aktives Naturerleben. Mehr Infos: www.NABU.de/wir-ueber-uns
Für Rückfragen:
Katharina Istel, NABU-Expertin für Kreislaufwirtschaft, Tel. 0162-4239788, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

