Aktuelles
PM-Nr.217 | 09.09.2026 | SM | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport
Jedes Jahr kommen in Deutschland Schätzungen zufolge bis zu 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen wie der fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) zur Welt. Als Tag des alkoholgeschädigten Kindes macht der 09. September deshalb jährlich auf die Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft aufmerksam und nutzt dafür das symbolische Datum, das an die neun Monate erinnern soll, die ein Kind im Bauch seiner Mutter verbringt. Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese betonte heute: „Während der Schwangerschaft gibt es kein sicheres Maß an Alkoholkonsum, denn das Baby trinkt mit.“
So erhält das ungeborene Kind während der Schwangerschaft die wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung der Mutter über die Nabelschnur. „Auf demselben Weg gelangt dann jedoch auch der Alkohol als Zellgift in den kindlichen Körper und kann dort die Entwicklung aller Organe und insbesondere des Gehirns beeinträchtigen“, erklärte Drese. Dies könne bei FASD etwa zu Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten, sowie Schäden von Augen, Gesicht, Herz, Nieren oder Knochen führen. Diese Folgen bleiben ein Leben lang, denn FASD ist nicht heilbar.
„Das bedeutet, dass FASD die häufigste, angeborene, nicht genetisch bedingte Behinderung in Deutschland ist. Ein konsequenter Alkoholverzicht schützt. Dennoch konsumieren laut Umfragen rund 20 Prozent der Frauen auch während der Schwangerschaft, knapp acht Prozent sogar so viel, dass die Alkoholmenge selbst für nichtschwangere Frauen als riskant gilt. Ob aus Unwissenheit über die Folgen des Konsums oder auch durch bestehende Abhängigkeitserkrankungen: Das sind Zahlen, die erschrecken“, so Drese.
Das Land habe daher zuletzt die Beratungs- und Unterstützungsangebote für FASD und Suchterkrankungen ausgebaut. „Ein gesunder Start ins Leben beginnt lange vor der Geburt. Deshalb ist Aufklärung über die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft so wichtig“, unterstrich die Ministerin. So unterstütze das Land etwa die FASD-Fachstelle in Rostock, die Betroffene, Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien oder auch Fachkräfte unterstützt, zum Beispiel bei familiären Herausforderungen oder bei der Suche nach pädagogischer, therapeutischer oder medizinischer Hilfe.
„Zusätzlich haben wir mit KipsFam ein Hilfsnetz für Kinder aus sucht- oder psychisch belasteten Familien ins Leben gerufen. Regionalstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten helfen dabei, Familien frühzeitig Unterstützung anzubieten, sie eng zu begleiten und bei Bedarf in externe Hilfsangebote zu vermitteln“, erklärte Drese. Insgesamt stehen bis 2027 fünf Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF+) für das Projekt zur Verfügung.
„Wir müssen beides zusammen denken“, betonte Drese: „Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben. Deshalb wollen wir verhindern, dass Kinder durch Alkohol in der Schwangerschaft geschädigt werden. Und wir müssen für diejenigen da sein, die bereits mit den Folgen wie etwa FASD leben. Dafür braucht es Aufklärung, gezielte Beratung und verlässliche Unterstützung“, sagte sie.
Weitere Informationen zur FASD-Beratungsstelle finden Interessierte unter https://rostocker-stadtmission.de/fasd-beratungsstelle-m-v. Alle Informationen rund um KipsFam stehen unter https://blickauf-kipsfam.de/ zur Verfügung.
PM BKK Bund
Am Donnerstag, den 10. September 2026, findet der sechste Bundesweite Warntag statt. Bund, Länder und Kommunen erproben an diesem Tag gemeinsam ihre Warnsysteme für Krisen- und Katastrophenfälle.
Um 11:00 Uhr versendet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (kurz: BBK) über das Modulare Warnsystem des Bundes (kurz: MoWaS) eine Testwarnung. Diese wird an alle verbundenen Warnmultiplikatoren wie Radio- und TV-Sender, digitale Anzeigetafeln, Warn-Apps sowie Cell Broadcast weitergeleitet und erreicht dadurch Millionen Menschen in Deutschland.
Zusätzlich testen viele Kommunen ihre eigenen Warnsysteme wie Sirenen oder Lautsprecherwagen.
Um 11:45 Uhr wird eine bundesweite Entwarnung gegeben. „Unser Ziel ist es, die Menschen auf das wichtige Thema Warnung aufmerksam zu machen. Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger nach dem Warntag sind daher für uns entscheidend bei der Auswertung. Nur durch ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Warnkanälen können wir das Warnsystem gezielt verbessern und für den Ernstfall noch verständlicher und zuverlässiger gestalten. Wir freuen uns deshalb sehr, wenn sich auch in diesem Jahr wieder so viele Menschen wie möglich an unserer Online-Umfrage beteiligen und ihre Erfahrungen mit uns teilen.“ sagt BBK-Präsidentin Grit Tüngler
PM Neubrandenburg, 08. September
„Wer eine Uniform trägt, übernimmt Verantwortung – und gewinnt Zugang zu einer überraschend breiten beruflichen Welt. Genau diese Perspektiven möchten wir jungen Menschen zeigen“, sagt Andreas Wegner, Chef der Agentur für Arbeit Neubrandenburg, und lädt alle Interessierten herzlich zum Beratungstag ins Berufsinformationszentrum ein.
Am Dienstag, 15. September, stehen dort von 15:00 bis 17:30 Uhr Einstellungsberaterinnen und -berater von Bundeswehr, Zoll, Landes- und Bundespolizei sowie der Justizvollzugsanstalt Neustrelitz für persönliche Gespräche zur Verfügung. Sie informieren über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten und geben einen direkten Einblick in die beruflichen Perspektiven ihrer Organisationen.
Die Veranstaltung findet im BiZ der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Ponyweg 37–43, 17034 Neubrandenburg, statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Weitere Informationen gibt das BiZ-Team unter 0395 766-1500 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
PM-Nr.278/2026 | 07.09.2026 | LM | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt
Mit guten Aussichten startet Mecklenburg-Vorpommern in die Rübenkampagne 2026/27. Auf rund 26.400 Hektar wachsen in diesem Jahr Zuckerrüben. Ausreichende Feuchtigkeit sorgte im Frühjahr für gute Auflaufbedingungen, auch im weiteren Vegetationsverlauf war die Wasserversorgung weitgehend gesichert. Blattläuse und Blattkrankheiten traten deutlich schwächer auf als im Vorjahr. Insgesamt werden mittlere bis gute Erträge erwartet.
Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus sagte zum Kampagnenstart in Anklam: „Die Zuckerrübe gehört zu Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist eine wertvolle Kultur in unseren Fruchtfolgen und zugleich Grundlage einer regionalen Wertschöpfungskette vom Acker bis zur Verarbeitung. Die Bestände machen in diesem Jahr einen guten Eindruck. Das ist vor allem das Ergebnis der Arbeit unserer Rübenanbauer, die mit viel Erfahrung und Fachwissen dafür sorgen, dass in Anklam ein hochwertiger heimischer Rohstoff verarbeitet werden kann.“
Die Erwartungen folgen auf ein außergewöhnlich gutes Rübenjahr 2025. Damals wurden in Mecklenburg-Vorpommern auf 28.500 Hektar Zuckerrüben angebaut. Mit durchschnittlich 82,7 Tonnen je Hektar lagen die Erträge rund elf Prozent über dem langjährigen Mittel. Einzelne Betriebe erreichten sogar bis zu 100 Tonnen je Hektar.
In der vergangenen Kampagne wurden in Anklam insgesamt mehr als 1,8 Millionen Tonnen Zuckerrüben von 311 landwirtschaftlichen Betrieben zu Zucker und Nebenprodukten verarbeitet. Bei einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 17,4 Prozent wurde ein Zuckerertrag von gut 14,4 Tonnen je Hektar erreicht. Die durchschnittliche Verarbeitungsleistung der Fabrik lag bei mehr als 13.500 Tonnen Rüben am Tag. In diesem Jahr sind wieder über 300 Landwirte beteiligt. Der Zuckerertrag pro Hektar könnte noch höher liegen als im vergangenem Jahr und erstmal die 15 Tonnen pro Hektar überschreiten.
„Diese Zahlen zeigen, wie leistungsfähig unsere Rübenwirtschaft ist. Aber hohe Erträge allein garantieren noch keine wirtschaftliche Sicherheit. Entscheidend ist, dass die gesamte Kette funktioniert: vom Anbau über den Transport bis zur Verarbeitung. Wir brauchen auch künftig heimische Rohstoffe und eine leistungsfähige Verarbeitung im eigenen Land. Regionale Wertschöpfung entsteht nur, wenn beides zusammenbleibt“, betonte Backhaus.
Anklam verbindet Landwirtschaft und Verarbeitung
Die Zuckerfabrik Anklam ist der zentrale Verarbeitungsstandort für Zuckerrüben in Mecklenburg-Vorpommern und blickt auf eine mehr als 140-jährige Geschichte zurück. Bereits 1883 startete hier die erste Rübenkampagne. Der Standort wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Seit 2008 wird zusätzlich Bioethanol erzeugt, seit 2013 werden Reststoffe in einer Biogasanlage zu Biomethan verarbeitet.
Auch vor der diesjährigen Kampagne wurde weiter modernisiert. Rund vier Millionen Euro investierte das Unternehmen in die Erneuerung und Erweiterung des zweiten Teils der Rübenwäsche. Bereits im vergangenen Jahr war die Endwäsche erneuert worden. Mit dem zweiten Bauabschnitt wird das Gesamtprojekt zum Start der Kampagne 2026 abgeschlossen.
Backhaus: „Die Zuckerrübe steht beispielhaft dafür, was wir unter regionaler Wertschöpfung verstehen: Der Rohstoff wächst auf unseren Feldern, wird hier verarbeitet und selbst Nebenprodukte werden weiter genutzt. Genau solche Kreisläufe wollen wir im Land erhalten und weiterentwickeln. Dafür brauchen Landwirtschaft und Verarbeitung wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.“
Weniger Fahrten durch höhere Zuladung prüfen
Ein Ansatzpunkt dafür ist die Transportlogistik. Zuckerrüben müssen während weniger Kampagnenmonate in großen Mengen von den landwirtschaftlichen Betrieben zur Verarbeitung nach Anklam gebracht werden. Mecklenburg-Vorpommern prüft deshalb gemeinsam mit dem zuständigen Wirtschaftsministerium, ob und unter welchen Voraussetzungen künftig ein Pilotprojekt mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 44 statt bislang 40 Tonnen möglich sein könnte.
Nach vorliegenden Berechnungen könnte eine höhere Zuladung die Zahl der notwendigen Transporte deutlich reduzieren. Für eine Kampagne wird ein Potenzial von rund 11.500 Lkw-Touren und etwa 1,5 Millionen gefahrenen Kilometern weniger gesehen.
Ein vergleichbares Pilotprojekt ist im August 2026 in Sachsen-Anhalt gestartet. Dort dürfen Transporte auf einer rund 30 Kilometer langen Strecke zwischen Alsleben und Eisleben mit einem Gesamtgewicht von bis zu 44 Tonnen durchgeführt werden. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Die Ausgangslage in Mecklenburg-Vorpommern ist allerdings komplexer, weil hier zahlreiche Strecken mit teilweise deutlich größeren Entfernungen betroffen wären. Ob ein entsprechendes Modell rechtlich und praktisch umgesetzt werden kann, ist deshalb noch offen.
„Wenn wir dieselbe Menge Rüben mit weniger Lkw-Fahrten zur Fabrik bringen können, sollten wir uns diese Möglichkeit genau anschauen. Vier Tonnen mehr Zuladung könnten Transporte effizienter machen, Kosten reduzieren und gleichzeitig Verkehr und CO₂ vermeiden. Noch ist nichts entschieden. Aber ich halte es für richtig, gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium sorgfältig zu prüfen, ob und wie ein solches Modell auch bei uns funktionieren kann“, so Backhaus.
Am Mittwoch, den 2. September 2026 war es endlich so weit: Mit dem ersten Spatenstich für das neue Polizeirevier in der Hagedornstraße wurde ein wichtiges Zukunftsprojekt für Friedland offiziell auf den Weg gebracht.
Für unsere Stadt ist dieser Neubau von besonderer Bedeutung. Er schafft nicht nur moderne Arbeitsbedingungen für unsere Polizeibeamt:innen, sondern zeitgleich ein deutliches Zeichen für die dauerhafte Sicherung des Polizeistandortes in Friedland. Damit bleibt ein wichtiger Teil der öffentlichen Sicherheit auch künftig in unserer Stadt verankert.
Zum offiziellen Spatenstich konnte Friedland besonderen Besuch begrüßen: Innenminister Christian Pegel und Finanzminister Dr. Heiko Geue nahmen sich die Zeit, persönlich an diesem wichtigen Termin teilzunehmen. Als Dienstherr der Polizei unterstrich Innenminister Pegel die Bedeutung einer starken und verlässlichen Polizeipräsenz gerade auch im ländlichen Raum. Finanzminister Dr. Geue verwies auf die finanziellen Möglichkeiten, die durch das Sondervermögen des Bundes geschaffen wurden. Dadurch konnte ein umfangreiches Bauprogramm für Polizeistandorte im ländlichen Raum auf den Weg gebracht werden – ganz nach dem Motto „Sieben auf einen Streich“. Auch Friedland gehört zu diesen Standorten. Für unsere Stadt und die gesamte Region ist das eine erfreuliche und wichtige Entscheidung.
Der offizielle Spatenstich war zugleich eine gute Gelegenheit für den persönlichen Austausch. Im Anschluss an den symbolischen Baubeginn nahmen sich die beiden Minister Zeit für Gespräche mit Vertreter:innen der Stadt sowie den weiteren Gästen. Dabei ging es nicht nur um das neue Polizeirevier, sondern auch um die Entwicklung Friedlands und die Bedeutung einer verlässlichen staatlichen Präsenz in unserer Region.
Bei einem kleinen Imbiss klang der Termin in angenehmer Atmosphäre aus. Unser Dank gilt Innenminister Christian Pegel und Finanzminister Dr. Heiko Geue für ihren Besuch und die Zeit, die sie sich für Friedland und die Gespräche vor Ort genommen haben.
Mit dem ersten Spatenstich beginnt nun sichtbar ein neues Kapitel: Für unsere Polizei, für Friedland und für die Sicherheit unserer Region.
PM-Nr.274/2026 | 04.09.2026 | LM | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt
Eine Woche vor dem Start der 35. MeLa stimmt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus auf das Jubiläum der größten Landwirtschaftsausstellung Mecklenburg-Vorpommerns ein. Vom 10. bis 13. September wird Mühlengeez wieder zum Treffpunkt für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Räume.
„Die MeLa ist für mich das Beste im September. Nirgendwo sonst kann man Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern in dieser Vielfalt erleben: moderne Technik und starke Tiere, regionale Lebensmittel und innovative Ideen, Fachgespräche und Familienerlebnis. In einer Woche öffnen sich zum 35. Mal die Tore. Kommen Sie nach Mühlengeez, sprechen Sie mit unseren Landwirtinnen und Landwirten und erleben Sie, was Landwirtschaft heute kann“, sagt Backhaus.
Was 1991 mit 181 Unternehmen und knapp 15.000 Besucherinnen und Besuchern begann, hat sich zu einer der wichtigsten Landwirtschaftsausstellungen Norddeutschlands und zur größten Messe Mecklenburg-Vorpommerns entwickelt. Zur Jubiläumsausgabe werden rund 870 Aussteller erwartet. Mehr als 800 Tiere, moderne Landtechnik, Pflanzen- und Tierzucht, Ernährungswirtschaft, Forst, Gartenbau, Forschung und regionale Produkte machen auf rund 174.000 Quadratmetern die Vielfalt der Branche erlebbar.
„35 Jahre MeLa stehen auch für 35 Jahre leistungsfähige Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Betriebe haben seit 1991 einen gewaltigen Wandel bewältigt. Sie haben investiert, modernisiert und gehören heute zu den produktivsten und innovativsten Betrieben Deutschlands. Vor allem aber haben sie auch in Pandemie, Energiekrise, Krieg und Wetterextremen zuverlässig dafür gesorgt, dass Lebensmittel produziert werden und unsere Versorgung funktioniert. Darauf können wir stolz sein“, so der Minister.
Seit 1991 sind mehr als 30 Milliarden Euro an Fördermitteln in Landwirtschaft und ländliche Räume Mecklenburg-Vorpommerns geflossen. Damit wurden Betriebe modernisiert, Tierhaltung und Verarbeitung unterstützt, Umweltleistungen honoriert und zugleich Infrastruktur und Lebensqualität in den Dörfern verbessert. „Diese Entwicklung zeigt, was möglich ist, wenn unternehmerischer Mut und politische Unterstützung zusammenkommen. Moderne Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung und starke Dörfer gehören zusammen. Die MeLa bringt all das seit 35 Jahren an einem Ort zusammen“, betonte Backhaus.
Dass das Land auch in die Zukunft der MeLa investiert, wird zur Jubiläumsausgabe unmittelbar sichtbar. Insgesamt 4,2 Millionen Euro hat das Land in die Modernisierung des Messegeländes investiert – unter anderem in die neue Halle 4, die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur sowie die digitale Ausstattung. Anders als bisherige temporäre Hallen bleibt der Neubau dauerhaft bestehen. Damit wird das Gelände wetterunabhängiger und kann künftig stärker für Veranstaltungen auch außerhalb der MeLa genutzt werden.
Backhaus: „35 Jahre MeLa heißt für mich nicht, zurückzuschauen und sich auf dem Erreichten auszuruhen. Wir investieren in diesen Standort, weil wir wollen, dass Mühlengeez auch in Zukunft das Schaufenster unserer Land- und Ernährungswirtschaft bleibt. Die neue Halle macht die MeLa moderner und vielseitiger und eröffnet zugleich neue Nutzungsmöglichkeiten über die vier Messetage hinaus. Das ist eine Investition, von der die ganze Region profitieren kann.“
„Eine gute Ernte ist noch kein gutes Wirtschaftsjahr“
Bei aller Freude über das Jubiläum dürften die aktuellen Herausforderungen nicht ausgeblendet werden. Die Getreideernte ist 2026 in Mecklenburg-Vorpommern vielerorts ordentlich ausgefallen. Winterweizen erreichte durchschnittlich rund 81 Dezitonnen je Hektar, Wintergerste rund 89 Dezitonnen. Beim Raps fällt das Ergebnis dagegen deutlich schwächer aus. Gleichzeitig belasten niedrige Erzeugerpreise, hohe Betriebsmittelkosten und zunehmende Wetterrisiken viele Unternehmen. „2026 zeigt das Dilemma sehr deutlich: Unsere Bauern können ordentlich ernten und trotzdem wirtschaftlich verlieren. Entscheidend ist nicht allein, was vom Hektar kommt, sondern was dem Betrieb am Ende bleibt. Deshalb sage ich: Landwirtschaft muss sich lohnen“, kommentierte der Minister.
Daraus folge eine klare politische Aufgabe: Die Betriebe brauchen faire Wettbewerbsbedingungen, weniger Bürokratie, Planungssicherheit und ausreichend unternehmerischen Spielraum. „Wer Ernährungssicherheit, mehr Tierwohl sowie Klima- und Umweltschutz will, braucht wirtschaftlich starke Betriebe. Wir können nicht immer höhere Anforderungen stellen und gleichzeitig erwarten, dass Lebensmittel immer billiger werden. Der beste Schutz für unsere Landwirtschaft ist ein Betrieb, der mit seiner Arbeit Geld verdient und aus eigener Kraft investieren kann“, ergänzte er.
Landwirtschaft ist Zukunft
Backhaus warnt zugleich davor, die Branche auf ihre aktuellen Probleme zu reduzieren. Die Entwicklung der vergangenen 35 Jahre zeige, wie anpassungsfähig Landwirtschaft sei. Digitalisierung, moderne Züchtung, Präzisionslandwirtschaft und ressourcenschonende Anbauverfahren eröffneten neue Möglichkeiten. Auch eine wirtschaftlich tragfähige Tierhaltung müsse weiterhin ihren festen Platz in Mecklenburg-Vorpommern haben: „Wer nur über Krisen spricht, wird unserer Landwirtschaft nicht gerecht. Auf unseren Höfen arbeiten hochqualifizierte Menschen mit modernster Technik und viel Unternehmergeist. Dort entstehen Lebensmittel, Wertschöpfung und Innovationen. Landwirtschaft ist keine Branche von gestern – Landwirtschaft ist Zukunft. Genau das zeigt die MeLa.“ Die Jubiläums-MeLa soll deshalb vor allem Lust auf Landwirtschaft machen. Tierschauen und Wettbewerbe, moderne Landtechnik, regionale Spezialitäten und zahlreiche Angebote für Familien treffen auf Fachforen und agrarpolitische Debatten.
Backhaus abschließend: „Die MeLa bringt Menschen zusammen: Landwirte und Verbraucher, Züchter und Wissenschaftler, Unternehmer und Politik, Familien und Fachleute. Hier kann man sehen, riechen und schmecken, was Landwirtschaft ausmacht. Ich freue mich auf die Tiere, die Technik, unsere regionalen Produkte und vor allem auf die Menschen in Mühlengeez. 35 Jahre MeLa sind ein Grund zu feiern. Das Beste im September kann kommen.“

